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Schloss Moritzburg

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SZ, 20.02.2007

 

Mit Spendenmitteln wollen die Moritzburger Schlossfreunde den Ankauf so genannter Hofkellereigläser für die Festtafel unterstützen.

Seit seiner Gründung im Jahr 1991 unterstützt der Verein "Freunde des Museums Schloss Moritzburg" die Einrichtung durch verschiedene Aktionen. Gerade wurde das neuste Vorhaben aus der Taufe gehoben. "Auf zwei im Speisesaal des Schlosses stehenden Schränken sollen künftig wieder 18 sogenannte Hofkellereigläser zu bewundern sein", sagt Vereinsgeschäftsführer Henry Naumann. Das für deren Ankauf erforderliche Geld will der Verein durch das Einwerben von Spenden und durch Veranstaltungen dem Schloss zur Verfügung stellen. "Damit könnten wir unsere Ausstellung zur barocken höfischen Fest- und Tafelkultur erweitern", sagt Ralf Giermann, wissenschaftlicher Mitarbeiterdes Museums.

Tafelaufsatz ist komplett
Die Idee für die neue Aktion ist in den vergangenen Wochen recht kurzfristig gemeinsam mit dem Schloss entwickelt worden. Aufgrund plötzlich vom Freistaat zur Verfügung gestellter Gelder war Ende 2006 nämlich plötzlich das bis dahin aktuelle Projekt des Vereins überflüssig geworden. Dieser hatte sich auf seine Fahne geschrieben, Spenden für die Wiederherstellung des vom Porzellanmodelleur Johann Joachim Kaendler 1737 geschaffenen prachtvollen Tafelaufsatzes zu sammeln. Dieser bestand aus zehn figürlichen Gefäßen, einem Porzellanuntersatz und einem filigran gearbeiteten Korb.
Zwei der Figuren - über das ganze Gesicht grinsende Porzellan- Chinesen mit Muschelschalen in den Händen, in die früher Senf und Öl gefüllt wurde - konnte der Verein Anfang 2006 an das Schloss übergeben. Jede um die 2.500 Euro teuer. Der Porzellan-Manufaktur Meissen standen dafür zum Großteil noch die Originalformen zur Verfügung. Durch das Geld vom Freistaat konnte der Tafelaufsatz nun fertig komplettiert werden. "Ich hätte nicht einmal zu träumen gewagt, dass das so schnell geht", freut sich Giermann.
Ab dem Frühjahr soll das Schmuckstück auf der Festtafel mit dem Roten Hofdrachen gezeigt werden. Dekor und Farbe des Aufsätze wurden eigens auf dieses bis 1918 ausschließlich dem Haus Wettin vorbehaltene Meissner Porzellanservice abgestimmt. "Wir arbeiten gerade an einer neuen Sicherheitslösung, damit die Besucher den Tafelaufsatz möglichst aus der Nähe sehen können", ergänzt der Museumsmann. "Unsere Mitglieder konnten das Prachtstück schon einmal vorab bewundern", sagt Naumann.

Neue Führung durchs Schloss
In den vergangenen Jahren hat das Schloss bereits vier 1697 für die Moritzburger Hofkellerei gefertigte Gläser gekauft. "Die können wir aus restauratorischen und Sicherheitsgründen aber nicht offen auf die Schränke stellen", sagt Giermann. Darum sollen mit der Aktion des Schlossfreunde-Vereins auch nicht weitere Original, sondern Kopien gekauft werden. "Die wurde bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefertigt. Zwar steht auf diesen nicht überall Hofkellerei Moritzburg drauf und zum Teil fehlen auch Deckel, aber man muss mit den Ansprüchen realistisch bleiben", ergänzt Giermann. Ein Glas kostet um die 1.000 Euro.
Am Sonnabend bietet der Verein unter dem Titel "Hoch und Runter" erstmals eine etwas andere Führung an. "Für 15 Euro geht es ab 17 Uhr für rund zwei Stunden in alte Gewölbe und luftige Höhen, anschließend wird Deftiges und Heißes im Fackelschein gereicht", erzählt Naumann. Anmeldungen sind unter info(at)schlossfreunde.de oder 035207/8 73 18 möglich.

Sven Görner, Sächsische Zeitung, 20.02.2007

 

Hofkellereiglaeser

Derzeit hat das Museum Schloss Moritzburg schon vier originale Moritzburger Hofkellereigläser und zwei Kopien in seinem Besitz.

 

Spendenkonto:
Sparkasse Meißen
IBAN: DE95 8505 5000 3000 0171 85
BIC: SOLADES1MEI



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