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Schloss Moritzburg

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RAZ 01/2007

 

Schlossfreunde mit neuem Selbstbewußtsein

Der Verein der Freunde des Museums Schloss Moritzburg traf sich am Freitag dem 12. Januar in Moritzburg zu seiner Jahreshauptversammlung. Bekannt wurde der Verein Ende der 90er mit seiner spektakulären Baumpflanzaktion im Schlosspark Moritzburg, der dadurch erheblich an Attraktivität gewonnen hat.
Als 2001 die Aktion zur Ausstattung der königlich-kurfürstlichen Tafel im Festsaal mit dem Speiseservice "Roter Hofdrachen" aus Meißner Porzellan daran "scheiterte", dass sich die Prinzen Dedo und Gero von Sachsen aus Kanada bei der Schlossverwaltung meldeten und bereit erklärten, das Service auf einen Schlag zu bezahlen, fühlte sich der Verein übergangen. Vereinsmitglieder traten aus oder gingen in die Passivität.
Einer nächsten Aktion des Vereins war ein ähnliches Schicksal beschieden. Der Verein begann eine Sammelaktion für die Beschaffung eines geeigneten Tafelaufsatzes zu besagtem Service - mit der Folge, dass der Freistaat den Freunden diese Aktion "wegschnappte". Zum Jahresende 2006 hatte man im Finanzministerium des Freistaates unerwartet noch Mittel übrig, die man in ein Museumsgut investieren wollte - sofern man im Schloss dazu eine geeignet Idee habe. Natürlich. Das Tafelservice. Wer nun denkt, dass die Schlossfreunde nun endgültig das Handtuch warfen, der irrt.
"Wir haben uns bei dem Hofdrachen noch geärgert, dass es so gelaufen ist", erklärte Vorstandsmitglied Franz-Georg Lauck, "aber inzwischen haben wir erkannt, dass es dem Schloss nützt. Indem wir ein Thema aufgreifen und mit unserer Werbung dafür an die Öffentlichkeit gehen, wecken wir auch das Interesse bei anderen." Vereinsvorsitzender Georg Reitz spitzte den Gedanken noch zu: "Wenn es immer so läuft, dann reicht es vielleicht künftig, dass wir mit einem Projekt 'drohen', und schon findet sich jemand, der es umsetzt."
Vorstandsmitglied Ralf Giermann, der einen Vortrag zu "seinem" Thema "Moritzburger Festkultur in augusteischer Zeit" hielt, hatte die Idee, für die Schränke im Festsaal nach alten Vorlagen Sächsische Brauereigläser herzustellen, um das Ambiente des Saales so zu vervollständigen, wie es zu Wettinischen Zeiten war. Vereinsmitglied Michael Plakity wusste dazu, dass im 19. Jahrhundert Kopien von Gläsern aus der Zeit Augusts des Starken angefertigt wurden und gelegentlich im Antiquitätenhandel auftauchen. Während die Originale als "unbezahlbar" gelten, sind die Kopien wahrscheinlich ein Stück günstiger als Neuanfertigungen, die pro Glas mit ca. 1000 Euro zu Buche schlagen würden.
Die Vereinsmitglieder nahmen den Vorschlag an und wollen sich nun auf die Suche machen.
Inzwischen wirft den Verein nicht einmal mehr um, dass einzelne Mitglieder darauf angesprochen werden, ob ihre Arbeit nicht im Widerspruch stünde zu den jüngsten Rückforderungen von Kunstgegenständen durch das Haus
Wettin.
"Man soll sich auch die andere Seite anhören", befindet man im Verein und will das Gespräch mit den in der Heimat wieder angesiedelten Vertretern des Hauses Wettin suchen.
Für das neue Selbstbewusstsein des Vereins maßgeblich ist ganz offensichtlich die Bestellung von Henry Naumann zum Geschäftsführer, dank dessen Hartnäckigkeit der Verein nun wieder Ergebnisse vorweisen kann. Der Verein verabschiedete einen Arbeitsplan, nach dem er 2007 bei zahlreichen Veranstaltungen in und um Moritzburg mit eigenem Stand Präsenz zeigen will. Die erste Gelegenheit ergibt sich schon am nächsten Sonnabend (27.2.), wenn der befreundete Verein "Muse im Fasanengarten" zur 5. Zitterpartie mit dem beliebten "Ballonglühen" ans Fasanenschlößchen einlädt.

RAZ Ausgabe 01/2007, K. Kroemke, (Vereinsmitglied)

 

 

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